«Ausgequalmt» - Lebensretter Rauch- und Wärmeabzugsanlage

Fast 90 Prozent aller tödlichen Brandunfälle sind auf Ersticken durch Rauchgase zurückzuführen. Aus diesem Grund sind Massnahmen des vorbeugenden Brandschutzes in Gebäuden unerlässlich. Rauchmelder und Brandmeldeanlagen dienen der Brandfrüherkennung. Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) leiten Rauch und Wärme sicher aus dem Gebäude. Eine schnelle und geordnete Evakuierung kann nur dann erfolgen, wenn Treppenräume, Flucht- und Rettungswege frei von Rauch- und Brandgasen sind. Schon mehrfach wurde uns in Mehrfamilienhäusern vor Augen geführt, dass gerade Brände in Treppenhäusern zur tödlichen Falle für Bewohner werden können, wenn der meist einzige Fluchtweg durch dichten Rauch und giftige Gase blockiert wird. 

 

Drei Komponenten können Leben retten

Eine RWA im Treppenhaus besteht in der Regel aus drei Elementen: Den orangefarbenen Handauslösetastern im Eingangsbereich und am obersten Treppenabsatz, einer Notstromsteuerzentrale und der natürlich wirkenden Abluftöffnung. Diese wird meist über ein elektrisch betriebenes Fenster oder eine Dachkuppel realisiert. Im Gefahrenfall kann entweder manuell durch den Handauslösetaster oder automatisch durch Rauchmelder ein Alarm an der RWA-Zentrale ausgelöst werden. Binnen 60 Sekunden werden mit Hilfe eines elektromechanischen Antriebes, z. B. eines Ketten- oder Spindelantriebs, ein oder mehrere Fenster geöffnet. Rauch und Wärme entweichen. Wird nun zudem im unteren Bereich eine Zuluftöffnung – meist eine Tür – geöffnet, so verläuft der Entrauchungseffekt in der Regel optimal. GEZE, der Systemanbieter für Tür-, Fenster- und Sicherheitstechnik, bietet komplette RWA-Lösungen und ein vollständiges Sortiment an Türsystemen als RWA-Zuluftlösungen an. Im Brandfall sorgen sie für die zuverlässige Entrauchung und gewährleisten einen sicheren Weg ins Freie. Die Systeme von GEZE sind mit moderner Steuerungstechnik ausgestattet und an die verschiedensten Nutzungsanforderungen anpassbar. 
Alle Bauteile und der grundsätzliche Aufbau einer RWA unterliegen verschiedenen Regelungen und Bestimmungen. Die Notwendigkeit des Einbaus von Rauch- und Wärmeabzugsvorrichtungen in Treppenhäusern regelt die entsprechende VKF Brandschutzrichtlinie. Dies hängt von der Lage des Treppenhauses und der Gebäudehöhe ab. Wird eine RWA im Treppenhaus gefordert, so muss eine wirksame Abluftöffnung in der Regel mindestens einen Quadratmeter aufweisen. Dies kann nur durch einen auf das Fenster oder die Dachkuppel abgestimmten Antrieb gewährleistet werden. Die Hublänge und die Druck-/Zugkraft sind hier die ausschlaggebenden Grössen. Die Notstromsteuereinheit muss die Signale der Auslöseelemente überwachen, verwalten und den einwandfreien Betrieb auch bei einem Stromausfall für 72 Stunden sicherstellen. Die elektrische Verbindung zwischen der Zentrale und der Antriebseinheit muss einen Funktionserhalt E30 gemäss DIN 4102 aufweisen. Errichter von RWA-Systemen müssen die massgeblichen Bestimmungen, VdS oder die SN EN 12101-2, beachten und umsetzen. Nur die Einhaltung aller Bestimmungen gewährleistet einen einwandfreien und sicheren Betrieb der RWA.
 

Technik allein reicht nicht

Flucht- und Rettungswege müssen jederzeit zugänglich und frei von Hindernissen und Brandlasten sein. So kann beispielsweise ein abgestellter Kinderwagen im Treppenhaus zur Gefahr werden. Durch eine brandlastfreie Gestaltung des Treppenhauses und die regelmässige Kontrolle können die Gefahren minimiert werden. Auch ist das richtige Verhalten jedes Einzelnen im Brandfall von entscheidender Bedeutung. Wohnungstüren sollten geschlossen bleiben, damit sich die Rauchgase nicht ausbreiten. Wird die Eingangstür nicht dauerhaft geöffnet, ist die Entrauchungsfunktion eingeschränkt. Elektromechanische Klapphebelantriebe können hier die Öffnung sicherstellen. Das Zusammenspiel aus baulichen Begebenheiten, dem Verhalten der Betroffenen und dem Einsatz von sicherheitstechnischen Anlagen erhöht die Sicherheit in Gebäuden effektiv. 
 

Komfort und Sicherheit kombinieren

Ein automatisiertes Fenster oder eine mit einem elektrischen Spindelantrieb ausgestattete Dachkuppel dient nicht nur als RWA-Abluftöffnung im Gefahrenfall. Sie kann auch zur kontrollierten Lüftung genutzt werden. Spezielle Treppenhauszentralen vereinen Auslösetaster, Notstromversorgung und Lüftungstaster in einem Gerät. Die Notstromsteuerzentrale THZ Comfort von GEZE lässt sich dezent auch in engen Treppenhäusern montieren. Sie ermöglicht den Anschluss einer kompletten Rauchableitungslösung und kann zudem zur täglichen Lüftung eingesetzt werden. Verschiedene Parameter sind an die spezifischen Gegebenheiten im Gebäude anpassbar. Bei Bedarf können Wind-Regen-Steuerungen oder Temperaturfühler sowie weitere Gebäudesteuerungen angeschlossen werden. Dabei können die intelligenten Antriebe von GEZE zwischen der Lüftungs- und Alarmfunktion unterscheiden und die Geschwindigkeit und den Öffnungshub entsprechend verändern. Zur Lüftung kann das Fenster somit nur halb geöffnet werden. Erst im Alarmfall wird die volle Öffnungsweite erreicht. Auch können zeitliche Steuerungen realisiert werden, so dass das Schliessen von Fenstern nicht vergessen wird. Die Verwendung von Lüftungszeiten ist auch energetisch eine sinnvolle Anwendung. Die Bedienung eines Schlüsselschalters kann nur Berechtigten vorbehalten werden. Für die Nachrüstung können durch die Verwendung von Treppenhauszentralen kostengünstige Systeme angeboten werden.
 
Unsere Profis im Innen- und Aus­sendienst geben Ihnen gerne Auskunft und beraten Sie bei der Umsetzung einer RWA-Anlage.
 
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Dezentes Design der Slimchain Kettenantriebs-Serie.

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Die E 250 NT Spindelantriebe im Einsatz, z. B. für Dachkuppeln.

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Die komfortable Notstromsteuerzentrale THZ Comfort von GEZE mit integriertem Handauslösetaster und Lüftungsbedienung, ideal für Treppenhäuser.

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